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Großstädte in Deutschland - München

München ist eine kreisfreie Stadt an der Isar im Süden von Bayern und mit 1,26 Mio. Einwohnern (Großraum 2,3 Mio.) die drittgrößte Stadt Deutschlands. Sie ist die Landeshauptstadt des Freistaates und damit Sitz von Landtag und Staatsregierung mit allen Staatsministerien. Ferner ist die Stadt München Sitz der Regierung von Oberbayern, des Bezirks Oberbayern und des Landkreises München.

München wurde 1158 zum ersten mal urkundlich erwähnt und 1806 Hauptstadt des Königreichs Bayern, wodurch es sich innerhalb von 150 Jahren von einer Kleinstadt zu einer Metropole wandelte.

Geographie

München liegt im Süden von Bayern und im Zentrum von Oberbayern bei 48° 8' nördlicher Breite und 11° 34' östlicher Länge. Augsburg liegt 60 km nordwestlich von München, Nürnberg 150 km nördlich, Stuttgart 200 km nordwestlich, Prag 298 km nordöstlich, Wien 355 km östlich und Berlin 500 km nördlich. München ist zwar die südlichste deutsche Metropole, die südlichste Großstadt ist allerdings Freiburg.

München bildet eines der 23 Oberzentren des Freistaates Bayern.

Geologie

München liegt im Zentrum einer Schotterebene zwischen einem Moränengebiet im Süden und einer Hügelrückenzone im Norden. Im weiteren Umland liegen zahlreiche Seen.

Durch die Stadt fließt von Süden nach Norden die Isar, die früher ein wilder Gebirgsfluss war und im Stadtgebiet durch mehrere Inseln geteilt ist, was den Flussübergang in der Höhe des Gasteigs seit ältesten Zeiten erleichterte. Der Name Isar kommt vom keltischen Wort für "reißend". ("Isara" = die Reißende)

Ausdehnung

Die Gesamtfläche der Stadt München beträgt 31.040 ha. Hiervon entfallen 44% auf Gebäude und Freiflächen, 15% auf Erholungsflächen, 17% auf Verkehrsflächen und weitere 17% auf Landwirtschaftsflächen. Die durchschnittliche Höhenlage beträgt 530 m über dem Meer. Damit ist sie die am höchsten gelegene Großstadt Deutschlands. Die Grenze der Stadt umfasst 117,4 km. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt von N-S 20,9 km und von O-W 26,8 km.

Klima

(bezogen auf das Jahr 2000)

  • Mittlere Lufttemperatur: 10,6° C
  • Sommertage (25° C und mehr): 49
  • Frosttage (0° C und darunter): 54

Das Klima ist an der Grenze zwischen gemäßigtem westeuropäischem und kontinentalem osteuropäischem Klima, daher ist das Wetter sehr wechselhaft. Von Zeit zu Zeit bringt Südwind warme Mittelmeerluft bis nach München, die auf dem Weg in den Alpen trocknet. Dieses Föhn genannte Wetterphänomen führt zu einer Hochwetterlage und auch in kalten Jahreszeiten zu sehr milden Temperaturen, allerdings bei manchen Menschen auch zu Kopfschmerzen.

Geschichte

München wurde 1158 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als Heinrich der Löwe eine Brücke über die Isar errichtete und die bestehende Brücke bei Unterföhring zerstörte, um vom Salzhandel zu profitieren. Mit der Brücke, und damit dem Salzhandel, erhielt München das Markt-, Münz- und Zollrecht von Kaiser Friedrich Barbarossa zugesprochen. Obwohl München schon 1328 kaiserliche Residenzstadt wird, beginnt der Aufstieg zur Großstadt erst 450 Jahre später. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wächst München rapide, was 1806 noch beschleunigt wurde, als München die Hauptstadt des napoleonischen Königreich Bayerns wurde. Hatte München 1700 gerade einmal 24.000 Einwohner, so verdoppelte sich die Bewohnerzahl bald alle 30 Jahre, so dass 1871 170.000 Menschen in München lebten und 1933 840.000. Unter der Regierung von König Ludwig I. (1825 - 1848) wird München zu einer weithin bekannten Kunststadt. Die Klassizisten Leo Klenze und Friedrich Gärtner gestalten die Ludwigstraße, den Königsplatz und die Residenz. Unter Prinzregent Luitpold (1886-1912) erlebt München einen gewaltigen wirtschaftliche und kulturellen Aufschwung. Es entstehen unter anderem die Prinzregentenstraße und das Prinzregententheater. Schwabing erlebte um die Jahrhundertwende eine Blüte als Künstlerviertel in dem zahlreiche bedeutende Literaten und Maler der Zeit verkehrten. 1896 wird die Münchner Kulturzeitschrift Die Jugend erstmals herausgegeben, die namensgebend für den Jugendstil wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg scheitert auch in München die Revolution und in den folgenden Jahren wird München zunehmend die "Hauptstadt der Bewegung" Hitlers. Bezahlt hat die Stadt so wie die meisten deutschen Großstädte mit umfangreichen Zerstörungen durch Flächenbombardements der Alliierten im Zweiten Weltkrieg.

Religionen

Die Stadt München gehörte von Anfang an zum Bistum Freising, das Suffraganbistum von Salzburg war. Die Bemühungen in München ein eigenes Bistum zu gründen scheiterten mehrmals. 1817 wurde jedoch im Zusammenhang mit den politischen Veränderungen seiner Zeit der Freisinger Bischofssitz nach München verlegt. Gleichzeitig wurde das Bistum zum Erzbistum erhoben. Die Bezeichnung lautet seither Erzbistum München und Freising, dessen Erzbischof seit 1982 Kardinal Friedrich Wetter ist. Bischofskirche wurde die Pfarrkirche zu Unserer Lieben Frau (Frauenkirche), das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Heute ist das Stadtgebiet Münchens in mehrere Dekanate eingeteilt, die aus mehreren Pfarrgemeinden bestehen.

Die Lehre Martin Luthers fand in München zunächst eine gewisse Sympathie, doch konnte sie sich nach dem Wormser Reichstag 1522 nicht durchsetzen und wurde in den folgenden Jahren und Jahrzehnten stark verfolgt. Vor allem auch durch das Wirken der Jesuiten wurde jedes Aufkeimen protestantischer Bestrebungen unterdrückt. Daher blieb München eine ausnahmslos katholische Stadt. Erst im Jahre 1799 konnten sich um die damalige Kurfürstin von Bayern eine kleine evangelische Gemeinde bilden, die 1806 zur Gründung der ersten Pfarrei führte, deren Gliederzahl sich ständig erhöhte. Die Salvatorkirche wurde den Protestanten zugebilligt, doch wurde sie nicht als solche benutzt, weil sie zu klein war. Die Gemeinde gehörte zur Protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die Anfang des 19. Jahrhunderts für alle lutherischen und reformierten Gemeinden des Königreichs Bayern errichtet wurde. 1817 wurde München Sitz des "Oberkonsistoriums" dieser "Protestantischen Gesamtgemeinde" des Königreichs Bayern. 1833 konnte die St. Matthäuskirche als erste evangelische Kirche errichtet werden. St. Markus als zweite Kirche folgte 1877. In den folgenden Jahrzehnten werden weitere Kirchen errichtet und 1920 entstand die Gesamtkirchengemeinde München mit mehreren Teilkirchengemeinden. Sie gehören zum Dekanat München, das seit 1968 in vier Prodekanatsbezirke aufgeteilt wurde und Teil des Kirchenkreises München ist.

Die Jüdische Gemeinde ist nach denen in Berlin und Frankfurt am Main die drittgrößte in Deutschland.

Politik

Die Führung der Stadt oblag seit dem 13. Jahrhundert dem Rat, der sehr unterschiedliche Bezeichnungen hatte ("Consules", "Die Burger aus dem Haus", "Die Ratgeben"). An dessen Spitze stand ein Bürgermeister, der ebenfalls verschiedene Bezeichnungen hatte. Anfang des 19. Jahrhunderts leitete der Magistrat die Stadtverwaltung. Ihm standen zwei Bürgermeister vor. 1810 gab es einen Munizipalrat nach dem Vorbild der französischen Republik und ab 1818 wieder einen Magistrat. München war ab jenem Zeitpunkt eine "Stadt 1. Klasse". Dem Magistrat standen zwei Bürgermeister vor. Daneben gab es als 2. Kammer die "Gemeindebevollmächtigten". Dieses Verwaltungssystem wurde 1869 reformiert, dem Grunde nach jedoch beibehalten. Erst ab 1919 gab es nur noch ein Einkammersystem. Magistrat und Gemeindebevollmächtigte wurden zum Stadtrat vereinigt. Die Leitung der Stadt oblag dem ehrenamtlichen, von den Bürgern beziehungsweise ab 1924 vom Gemeinderat gewählten 1. Bürgermeister und einem hauptamtlichen 2. Bürgermeister. Ab 1935 erhielt der 1. Bürgermeister den Titel "Oberbürgermeister". An seiner Seite gab es Beigeordnete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Stadtrat und Oberbürgermeister zunächst von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzt, doch ab 1946 wurde der Gemeinderat bereits wieder von der Bevölkerung gewählt. Der Oberbürgermeister wurde ab 1952 ebenfalls wieder von der Bevölkerung der Stadt gewählt.

Traditionell dominieren in München die mitte-links Parteien, was in Bayern fast einmalig ist. Seit 1993 wird München von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) regiert. Derzeit wird der Münchner Stadtrat von einer Koalition aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Rosa Liste geführt. Seit der letzten Wahl am 3. März 2002 entfallen auf die Parteien folgende Sitze: CSU 30, SPD 35, Bündnis 90/Die Grünen 8, FDP 3, ÖDP 1, Die Republikaner 1, Rosa Liste 1, PDS 1.

Wappen

Das Wappen der Stadt München zeigt in Silber einen Mönch mit goldgeränderter schwarzer Kutte und roten Schuhen, in der Linken ein rotes Eidbuch haltend, die Rechte zum Schwur erhoben. Die Stadtfarben sind schwarz-gelb.

Bei dem heutigen Stadtwappen handelt es sich um das so genannte "kleine Wappen", das 1957 vom Stadtrat festgelegt wurde. Das so genannte "große Wappen" wurde aus dem amtlichen Verkehr genommen. Dieses Wappen zeigt in Silber ein offenes rotes Stadttor zwischen zwei roten Zinnentürmen mit von Schwarz und Gold mehrfach zickzackartig gebänderten Dächern; oben ein wachsender, golden gekrönter und bewehrter goldener Löwe; im Tor der Mönch des kleinen Wappens.

Die ersten Siegel der Stadt aus dem Jahre 1239 beziehungsweise 1268 zeigen im Tor das Brustschild eines Mönchs, darüber einen halben Adler, der wohl auf den Bischof von Freising hinweist. Auf den Siegeln ab 1323 taucht der Wittelsbacher Löwe auf, der auch 1834 bei der damaligen Verleihung des Wappens durch König Ludwig I. festgelegt wurde. Zeitweise war im Wappen auch der Großbuchstabe M abgebildet.

Das heutige Wappen hat damit eine sehr alte Tradition. Es handelt sich um ein so genanntes "redendes" Wappen (Mönch, beziehungsweise "bei den Mönchen"), wobei die Darstellung des Mönchs im Laufe der Geschichte variiert. Aus dem Mönch wurde bereits im 16. Jahrhundert die umgangssprachliche Bezeichnung "Kindl" beziehungsweise "Münchner Kindl", was sich zu einer weltbekannten Bezeichnung entwickelte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Unter den 46 Museen besonders hervorzuheben sind die drei Pinakotheken (Alte Pinakothek, Neue Pinakothek, Pinakothek der Moderne), das Lenbachhaus, das Haus der Kunst, das Museum Mensch und Natur und das Deutsche Museum. siehe: Museen in München

Theater

In München gibt es 59 Theater.

Bedeutende Theater sind u.a.:

  • Staatliche Theater:
    • Bayerische Staatsoper
    • Bayerisches Staatsballett
    • Bayerisches Staatsschauspiel
    • Staatstheater am Gärtnerplatz
  • Deutsches Theater
  • INTERIM-Theater
  • Komödie im Bayerischen Hof
  • Marionettenstudio Kleines Spiel
  • Münchner Kammerspiele
  • Münchner Marionettentheater
  • Münchner Volkstheater
  • NT Neues Theater München
  • Prinzregententheater - Bayerische Theaterakademie
  • Schauburg
  • Theater aus der Reisetasche
  • Theater Heppel & Ettlich

Orchester und Chöre

  • Münchener Philharmoniker - Das 1893 von Franz Kaim gegründete Orchester hieß zunächst Kaim-Orchester und anschließend Orchester des Münchener Konzertvereins, bevor es 1924 seinen heutigen Namen erhielt. Chefdirigenten waren u.a. Felix Weingartner, Hans Pfitzner und Sergiu Celibidache. Das Orchester wirke u.a. bei Uraufführung von Werken von Günther Bialas, Anton Bruckner (Erstfassungen einiger Sinfonien), Harald Genzmer und Luigi Nono mit.
  • Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks - Das Orchester wurde 1949 gegründet. Chefdirigenten waren u.a. Eugen Jochum und Rafael Kubelik.
  • Münchener Rundfunkorchester - Das Orchester wurde 1952 als zweite Formation des Bayerischen Rundfunks gegründet.
  • Chor des Bayerischen Rundfunks - Der Chor wurde 1946 gegründet.
  • Münchener Bach-Chor - Der von Karl Richter 1951 gegründete Chor erhielt 1954 seinen heutigen Namen. Er befasst sich hauptsächlich mit der Aufführung von Oratorien und Passionen.
  • Philharmonischer Chor München - Der Chor wurde 1946 gegründet. Er arbeitet vor allem mit den Münchener Philharmonikern zusammen.
  • Capella Antiqua - Vokal- und Instrumentalensemble, das 1957 gegründet wurde.
  • Münchener Kammerorchester - gegründet 1950

Parks

Weltberühmt ist der Englische Garten, der München vom Zentrum bis an die nördliche Stadtgrenze durchzieht, und mit 3,7 km² Fläche sogar den Central Park in New York übertrifft. Anlässlich der Olympischen Spiele 1972 wurde auf dem Oberwiesenfeld eine umfangreiche Parkanlage geschaffen, der Olympiapark.

Gebäude

  • Viktualienmarkt
  • Isartor
  • Rathaus
  • Alter Peter
  • Siegestor
  • Borstei
  • Allianz-Arena

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Fastenzeit: Starkbieranstich auf dem Nockherberg
  • April: Frühlingsfest auf der Theresienwiese
  • April: Auerdult (Maidult)
  • Juni/Juli: Tollwood-Festival
  • Juli: Christopher Street Day (CSD)
  • Juli: Feierwerk-Festival
  • Juli: Bell'Arte Musikalischer Sommer im Brunnenhof der Residenz
  • August: Sommerfest im Olympiapark
  • September/Oktober: Oktoberfest auf der Theresienwiese (Wies'n)
  • November/Januar: Winter-Tollwood
  • Dezember: Christkindlmärkte
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